Testen, testen, testen!

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Es geht vorwärts – die Schweiz lässt sich gegen Corona impfen. Gleichzeitig sind an vielen Schulen und in Betrieben regelmässige Covid-Tests eingeführt worden – auch sie mit dem Ziel, Infektionsketten zu durchbrechen. Was Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dazu wissen müssen.

Der Kanton Graubünden war Vorreiter. Jetzt laufen in den meisten Kantonen repetitive Tests, an denen sich Firmen mit verhältnismässig wenig Aufwand und praktisch kostenfrei beteiligen können. Es werden noch viel mehr werden, denn der Bundesrat hat die Aufweichung der Homeoffice-Pflicht in eine Homeoffice-Empfehlung an die Teilnahme an diesem regelmässigen Testen gekoppelt. Nur Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden wöchentlich testen, sind nicht mehr verpflichtet (sondern nur noch angehalten), wo immer möglich Arbeit von zuhause aus zuzulassen.

Die Teilnahme an Testungen ist freiwillig. Der Test muss sich mit Gründen rechtfertigen lassen, die sich auf die Arbeitsleistung oder den Schutz anderer Mitarbeitender oder Dritter (Kundinnen und Kunden / Patientinnen und Patienten) beziehen. Zu berücksichtigen sind dabei die Verhältnismässigkeit sowie die gesamten Umstände, so etwa die epidemiologische Lage und die Möglichkeit und Verfügbarkeit anderer Schutzmassnahmen. Es ist klar, dass dies für ein Spital oder für ein Heim eher zutrifft als für einen Einzelarbeitsplatz im Backoffice. Der VPOD begrüsst aber die Teststrategie als einen Pfeiler im Kampf gegen das Virus – jedenfalls solange, bis genügend Leute geimpft sind.

Bisher fehlt es an Informationen darüber, wann genau Betriebe die Vorgabe, ihre Angestellten wöchentlich zu testen, erfüllt haben. Klar ist: Sie benötigen ein Testkonzept, sie müssen die Mitarbeitenden regelmässig über die Vorteile der Testung informieren, und sie müssen die Aufhebung der Homeoffice-Pflicht der kantonalen Behörde melden. Der Zugang zum Test muss für die Mitarbeitenden einfach gewährleistet sein, und diese müssen sich mindestens einmal pro Woche testen lassen können.

Das Testen geschieht meistens durch sogenannte gepoolte Speicheltests; es werden also Proben von bis zu 10 Mitarbeitenden zusammengeschüttet und gemeinsam analysiert. Das ist sinnvoll, weil die Laborkapazitäten nach wie vor begrenzt sind. So muss man nur bei den (weniger werdenden) positiven Proben nachher noch einzelne PCR-Tests machen. Der VPOD empfiehlt die Teilnahme an diesen Tests: Speicheltests stellen kaum einen körperlichen Eingriff dar, können aber vielen nützen.

Für Betriebe, die an diesem regelmässigen Testing teilnehmen, ist auch die Kontaktquarantäne aufgehoben. Diejenigen, die beruflich mit der (einzlen mit PCR-Test) positiv gestesten Person Kontakt hatten, können weiterarbeiten. Die gleichzeitig geltende «soziale Quarantäne» (dass man also nur zur Arbeit, aber nicht zu privaten Zwecken aus dem Haus darf), lehnt der VPOD entschieden ab.

Ebenfalls noch unklar ist, wie sich das Testen in Betrieben gestalten soll, in denen die grosse Mehrheit oder alle Angestellten bereits geimpft sind. Zu dieser Frage arbeiten Arbeitgeber und Arbeitnehmende zeitnah Regelungen.

Stand: 3. Juni 2021

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