Bożena Domańska für den Prix Courage nominiert: heute noch online Abstimmen!

Bożena Domańska, seit Mai 2013 beim VPOD für das Netzwerk Respekt@vpod angestellt, das sich für die Rechte der Care-MigrantInnen einsetzt, war vom Beobachter für den Prix Courage nominiert.

 

Und hier das Video für die Nominierung!

Skandal: mutige Bożena Domańska entlassen – VPOD ruft zum Boykott auf!

05-domanska_868af2c7a2Die Polin Bożena Domańska kämpft für die Rechte von osteuropäischen Pflegerinnen, die in der Schweiz in Privathaushalten Senioren rund um die Uhr betreuen. Sie kämpft als Gewerkschafterin des VPOD für bessere Arbeitsbedingungen und erhielt dafür viel Medienaufmerksamkeit. Jetzt wurde sie entlassen.

Heute Morgen protestierten rund 40 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter des vpod und anderer Gewerkschaften vor dem Firmensitz der Perspecta AG gegen die Kündigung von Bożena Domańska, die Care-Migrantin aus Polen, die sich unerschrocken für gesetzeskonforme Anstellungsbedingungen bei den gewinnorientierten Spitex-Firmen wehrt.

Der VPOD forderte den Geschäftsleiter der Perspcta AG auf, die missbräuchliche Kündigung zurückzuziehen. Solange dies nicht der Fall ist, ruft der vpod die Bevölkerung zum Boykott der Firma Perspecta auf.

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„Billige Polinnen“ – Rundschau vom Juni 2011

Aus der Rundschau vom 29.06.2011, 21:01 Uhr

Wer seine alte Mutter zuhause umfassend pflegen lässt, zahlt für eine Pflegerin rasch 10‘000 Franken im Monat. Als Vermittler treten Schweizer Agenturen auf, die sich an die gesetzlichen Schweizer Arbeits- und Lohnbedingungen halten. Doch es geht auch billiger. In der Schweiz sollen inzwischen bis 30‘000 Privatpflegerinnen aus dem Osten arbeiten. Die meisten davon schwarz. Einblick in einen boomenden Markt mit vielen Fragezeichen.

Zischtigsclub mit Bozena und Katharina jetzt online schauen!

Club des Schweizer Fernsehen vom 13. August 2013

Bozena Domanska: «Wir leisten unsere Arbeit gern, aber wir sind nicht mehr bereit, uns ausnützen zu lassen. Viele Frauen haben Angst, sich zu wehren.»

Katharina Prelicz-Huber: «Wir entziehen den Ländern wertvolle Pflegerinnen und erzeugen bei uns ein Lohndumping. Das wirkt sich schlecht auf die Pflegequalität aus und löst längerfristig den Pflegenotstand nicht.»

Sarah Schilliger: «Betreuungs-Arbeit – schon immer prekäre Arbeit, meist unbezahlt von Frauen geleistet – wird nun zwar entlöhnt, aber zu tiefen Löhnen. In Privathaushalten etabliert sich dabei ein Niedriglohnsektor, ein Sonderarbeitsmarkt für Pendelmigrantinnen.»

 

Who cares? Care-Arbeit im neoliberalen Geschlechterregime

widerspruch1Artikel von Sarah Schillinger im Denknetz 56/09 WIDERSPRUCH – 56/09

Fünfzig Jahre nach Iris von Rotens Kritik an der „gesellschaftlichen Entwurzelung der Frauen infolge ihrer grundsätzlichen Berufslosigkeit“ (von Roten 1958) ist die Mehrheit der Frauen in der Schweiz erwerbstätig: 76.6 Prozent der Frauen zwischen 15 und 64 Jahren gehen einer bezahlten Arbeit nach – die Schweiz hat im europäischen Vergleich eine sehr hohe Frauenerwerbsquote (BFS 2008a). Die Geschlechterverhältnisse sind damit in Bewegung gekommen: Das bürgerliche Ideal des „Hausfrauenmodells“ – auch als „männliches Brotverdienermodell“ bezeichnet, da der Mann der hauptsächliche Ernährer der Familie ist und die Frau (wenn finanziell möglich!) zuhause bleibt – hat stark an Bedeutung verloren.

13.8. Zischtigsclub schauen: Bozena und Katharina Prelicz-Huber diskutieren!

Bozena Domanska und die Präsidentin des VPOD, Katharina Prelicz-Huber, sowie die Wissenschaftlerin Sarah Schillinger diskutieren im Club des Schweizer Fernsehen über die  Situation von Langzeitpflegenden.

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Immer mehr Frauen aus Osteuropa betreuen unsere Betagten. Sie sind beliebt wegen ihrer Herzlichkeit und begehrt, weil sie für geringe Löhne rund um die Uhr arbeiten. Skrupellose Vermittler, aber auch Betagte mit wenig Geld nutzen das schamlos aus. Die Care-Migration aus dem Osten birgt Zündstoff.

Mit der Überalterung wächst auch die Zahl der Betagten, die im Alltag auf Betreuung und Pflege angewiesen sind. Der Personalmangel wird mit Migrantinnen aus Osteuropa kompensiert. Sie verdienen als Arbeits-Pendlerinnen das Geld, das ihre Familien im Herkunftsland dringend benötigen. Viele der Frauen aus Ungarn, Polen oder Tschechien arbeiten schwarz oder unter prekären Bedingungen. Sie sind nicht zuletzt deswegen so beliebt, weil sie sich in die Familie der Betreuten integrieren. Ihre Gutmütigkeit macht sie jedoch besonders anfällig für Ausbeutung jeder Art.

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Fakten und Zahlen zur privaten Spitex

spitex2Die Spitex in der Schweiz, Eine Auslegeordnung, September 2012, Beat Ringger, vpod Zentralsekretär, S. 21

Profitorientierte Spitex

Die tiefen durchschnittlichen Personalkosten der profitorientierten Spitex von 52’831. – pro Jahr sind nur zu einem verhältnismässig keinen Teil mit tieferen Ausbildungsniveaus der Beschäftigten zu erklären. Der Anteil der diplomierten Pflegenden ist auch bei der profitorien tierten Spitex beachtlich (23.5% gegenüber 30.1% in der gemeinnützigen Spitex). Diplomierte Pflegende dürften kaum bereit sein, zu wesentlich tieferen Löhnen zu arbeiten, als sie in der gemeinnützen Spitex angeboten werden. Umso geringer müssen die Löhne derjenigen Angestellten ausfallen, die über keine einschlägige Berufsausbildung verfügen. […] Löhne deutlich unter Fr. 3000. – pro Monat [sind] gang und gäbe. Wichtige weitere Unterschiede ergeben sich durch die prekäre n Anstellungsformen, die bei gewinnorientierten Spitex – Betrieben gelten, zum Beispiel die Arbeit auf der Basis von Einsatzverträgen oder im Franchising – Verfahren . Die Beschäftigten werden demnach nur in dem Umfang beschäftigt, in dem von Kunden auch Aufträge vorliegen. Sagt ein Kunde einen Einsatz ab oder tritt er ins Spital ein, verliert die Spitex – Frau das Einkommen für diese geplanten Stunden. Dazu kommt, dass die Wegzeiten zu den KlientInnen häufig nicht vergütet werden . Die zeitliche Abstimmung mehrerer Einsätze bei mehreren KlientInnen ist ebenfalls Sache der Beschäftigten , Leerstunden sind ihr Risiko . „Schon ein Fünfzig – Prozent – Pensum von 21 Stunden pro Woche ist meist auf fünf bis sechs Tage verstreut, die Einsätze sind oft von Leerstunden unterbrochen“ (Greuter, 2012). Ein geregeltes Einkommen ist nicht gesichert, grosse Einkommensschwankungen sind üblich. Diese prekären Anstellungsbedingungen sind ausschlaggebend dafür, dass die profitorientierte Spitex die gemeinnützigen Dienste potentiell unter Konkurrenzdruck setzen kann.

Vergleich der gemeinnützigen mit der profitorientierten Spitex

Vergleich der gemeinnützigen mit der profitorientierten Spitex

 

Wann wacht die Bevölkerung endlich auf, schaut nicht weg und setzt sich für bessere Pflegebedingungen ein.

dombrowski

„Wann wacht die Bevölkerung
endlich auf, schaut nicht weg
und setzt sich für bessere
Pflegebedingungen ein.
Jeden von uns kann es treffen.“
Petra Dombrowski, Altenpflegerin

«Care Migrantinnen» in der Schweiz

171833.130724_altenpflegeBeitrag aus SRF 4 News aktuell vom 24.07.2013

Früher waren es die Angehörigen, die pflegebedürftige Menschen betreuten. Heute sind es immer häufiger auch so genannte «Care Migrantinnen»: Frauen aus Osteuropa, die in die Schweiz kommen und hier Alte oder Kranke zu Hause umsorgen.

Immer mehr Menschen möchten in der Schweiz zu Hause alt werden und sterben. Auf diese Anforderungen ist das Schweizer Gesundheitssystem noch nicht optimal vorbereitet – weder in finanzieller, noch in personeller Hinsicht.

Da die Pflege zu Hause Privatsache und damit auch eine Frage der eigenen finanziellen Möglichkeiten ist, arbeitet hierzulande eine wachsende Zahl von günstigen Pflegekräften aus Osteuropa. Wie viele es tatsächlich sind, ist nicht bekannt. Verlässliche Angaben fehlen auch weitgehend zu den Arbeitsbedingungen. Klar ist aber: Lebt eine Pflegerin im Haushalt, wo sie tätig ist, ist eine saubere Trennung zwischen Arbeits- und Freizeit schwierig.

Werden künftig noch mehr «Care Migrantinnen» in die Schweiz einreisen, und wird ihre Arbeit weiterhin so billig sein? Iren Bischofberger, Pflegewissenschaftlerin der Kalaidos Fachhochschule diese und weitere Fragen bei Radio SRF 4 «News aktuell» beantwortet.

Geschäfte mit der Pflege – Billigkräfte aus Osteuropa

Frontal21 berichtet über Schwarzarbeit in der Pflege in Deutschland:

Bis zu 400.000 Pflegekräfte aus Osteuropa arbeiten derzeit in Deutschland, schätzen ExpertInnen. Viele von ihnen schwarz. Doch die deutschen Behörden schauen nicht so genau hin, weil sonst ein riesiges soziales Problem entstünde: In immer mehr deutschen Familien werden die billigen Betreuerinnen dringend gebraucht. Und so ist die Schattenwirtschaft in der Pflege seit langem geduldet. Und die rechtliche Auslegung vielen unklar. Betrügerische Agenturen haben es deshalb leicht: Sie vermitteln osteuropäische Pflegekräfte zu Hungerlöhnen, kassieren von deutschen Familien aber ein Vielfaches an Gebühren.

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