Geschäfte mit der Pflege – Billigkräfte aus Osteuropa

Frontal21 berichtet über Schwarzarbeit in der Pflege in Deutschland:

Bis zu 400.000 Pflegekräfte aus Osteuropa arbeiten derzeit in Deutschland, schätzen ExpertInnen. Viele von ihnen schwarz. Doch die deutschen Behörden schauen nicht so genau hin, weil sonst ein riesiges soziales Problem entstünde: In immer mehr deutschen Familien werden die billigen Betreuerinnen dringend gebraucht. Und so ist die Schattenwirtschaft in der Pflege seit langem geduldet. Und die rechtliche Auslegung vielen unklar. Betrügerische Agenturen haben es deshalb leicht: Sie vermitteln osteuropäische Pflegekräfte zu Hungerlöhnen, kassieren von deutschen Familien aber ein Vielfaches an Gebühren.

So sagt in der Sendung eine polnische Pflegerin: „Die Frau, die ich in Berlin pflegte, sagte einmal zu mir: Du bist aber teuer! Du nimmst aber viel Geld für diese Betreuung! Ich fragte sie: Was glauben Sie denn, wie viel ich bekomme? Sie meinte: Ãœber 2000 Euro! Da habe ich ihr meinen Lohnzettel gezeigt, wie viel ich wirklich bekomme, nämlich 950 Euro im Monat. Ãœber 1000 Euro steckte sich die Agentur in die eigene Tasche. […] Das völlige Fehlen von Privatsphäre hat mich am meisten gestört. Die Agentur hatte im Vorfeld gar nichts überprüft.Und die 950 Euro Monatslohn das ist doch eher ein Almosen, ein symbolischer Betrag.“

DIe Redaktion von frontal21 beendet den Beitrag mit der klaren Aussage:“Experten haben es ausgerechnet: Eine 24 Stunden Pflege würde regulär mindestens 8000 Euro kosten. Drei Pfleger[Innen] in drei Schichten. Wenn der Arbeitgeber alles richtig macht.“

Link zum Manuskript der Sendung