Fakten und Zahlen zur privaten Spitex

spitex2Die Spitex in der Schweiz, Eine Auslegeordnung, September 2012, Beat Ringger, vpod Zentralsekretär, S. 21

Profitorientierte Spitex

Die tiefen durchschnittlichen Personalkosten der profitorientierten Spitex von 52’831. – pro Jahr sind nur zu einem verhältnismässig keinen Teil mit tieferen Ausbildungsniveaus der Beschäftigten zu erklären. Der Anteil der diplomierten Pflegenden ist auch bei der profitorien tierten Spitex beachtlich (23.5% gegenüber 30.1% in der gemeinnützigen Spitex). Diplomierte Pflegende dürften kaum bereit sein, zu wesentlich tieferen Löhnen zu arbeiten, als sie in der gemeinnützen Spitex angeboten werden. Umso geringer müssen die Löhne derjenigen Angestellten ausfallen, die über keine einschlägige Berufsausbildung verfügen. […] Löhne deutlich unter Fr. 3000. – pro Monat [sind] gang und gäbe. Wichtige weitere Unterschiede ergeben sich durch die prekäre n Anstellungsformen, die bei gewinnorientierten Spitex – Betrieben gelten, zum Beispiel die Arbeit auf der Basis von Einsatzverträgen oder im Franchising – Verfahren . Die Beschäftigten werden demnach nur in dem Umfang beschäftigt, in dem von Kunden auch Aufträge vorliegen. Sagt ein Kunde einen Einsatz ab oder tritt er ins Spital ein, verliert die Spitex – Frau das Einkommen für diese geplanten Stunden. Dazu kommt, dass die Wegzeiten zu den KlientInnen häufig nicht vergütet werden . Die zeitliche Abstimmung mehrerer Einsätze bei mehreren KlientInnen ist ebenfalls Sache der Beschäftigten , Leerstunden sind ihr Risiko . „Schon ein Fünfzig – Prozent – Pensum von 21 Stunden pro Woche ist meist auf fünf bis sechs Tage verstreut, die Einsätze sind oft von Leerstunden unterbrochen“ (Greuter, 2012). Ein geregeltes Einkommen ist nicht gesichert, grosse Einkommensschwankungen sind üblich. Diese prekären Anstellungsbedingungen sind ausschlaggebend dafür, dass die profitorientierte Spitex die gemeinnützigen Dienste potentiell unter Konkurrenzdruck setzen kann.

Vergleich der gemeinnützigen mit der profitorientierten Spitex

Vergleich der gemeinnützigen mit der profitorientierten Spitex