Nicht wir MigrantInnen sind das Problem!

Bozena Domanska vom VPOD-Netzwerk Respekt ist empört über die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative: „Nicht wir MigrantInnen sind das Problem – im Gegenteil: wir MigrantInnen lösen eure Probleme!“

Skandal: mutige Bożena Domańska entlassen – VPOD ruft zum Boykott auf!

05-domanska_868af2c7a2Die Polin Bożena Domańska kämpft für die Rechte von osteuropäischen Pflegerinnen, die in der Schweiz in Privathaushalten Senioren rund um die Uhr betreuen. Sie kämpft als Gewerkschafterin des VPOD für bessere Arbeitsbedingungen und erhielt dafür viel Medienaufmerksamkeit. Jetzt wurde sie entlassen.

Heute Morgen protestierten rund 40 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter des vpod und anderer Gewerkschaften vor dem Firmensitz der Perspecta AG gegen die Kündigung von Bożena Domańska, die Care-Migrantin aus Polen, die sich unerschrocken für gesetzeskonforme Anstellungsbedingungen bei den gewinnorientierten Spitex-Firmen wehrt.

Der VPOD forderte den Geschäftsleiter der Perspcta AG auf, die missbräuchliche Kündigung zurückzuziehen. Solange dies nicht der Fall ist, ruft der vpod die Bevölkerung zum Boykott der Firma Perspecta auf.

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Spiegel: „Polen: Ohne die Ukrainer[innen] geht nichts“

spiegelDer Spiegel, Onlineausgabe, Sonntag, 24.02.2008, Von Susanne Amann und Marta Glowacka, Warschau

An den meisten der sechs Millionen Rentner[innen] in Polen ist der Aufschwung der vergangenen Jahre vorbeigezogen. Die Durchschnittsrente reicht nicht für eine polnische Pflegerin und schon gar nicht für einen Heimplatz. Die Rettung für viele: Billige Pflegekräfte aus der Ukraine.

Janina Krawczyk hat Glück gehabt. Die 88-jährige Polin lebt seit über vierzig Jahren in ihrer kleinen Wohnung im Warschauer Stadtteil Zoliborz: Hier hängen die alten Fotos, hier stehen ihre Möbel, hier erinnert sie alles an ihren verstorbenen Mann. Allerdings lebt Krawczyk nicht allein, das wäre schon lange nicht mehr möglich. Denn die alte Dame kann sich nur noch mit Gehhilfen bewegen, leidet unter Bluthochdruck. Sie ist auf Hilfe im Haushalt angewiesen, wie viele der rund sechs Millionen Rentner[innen] in Polen.

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Wenn Frauen aus Osteuropa unsere Betgaten pflegen

sozialemedizinBeitrag in: Soziale Medizin, 2. Juni 2013

Zurzeit richtet sich das öffentliche Interesse auf  Frauen aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern, die in schweizerischen Privathaushalten alte Menschen pflegen. Die Zeitschrift Soziale Medizin hat sich damit bereits anfangs 2010 ausführlich auseinandergesetzt. Hier das grosse Interview mit Angeline Fankhauser und Sarah Schilliger aus Soziale Medizin 1.10.  Vorweg ein paar Kernaussagen unserer Gesprächspartnerinnen:

„Wieso sollen alte Menschen nicht die Dienste von Migrantinnen in Anspruch nehmen dürfen, wenn man den Landwirten das Recht auf Saisonarbeiter zugesteht. Auch ich heisse die Pflege in privaten Haushalten nur unter der Bedingung gut, dass gewisse Arbeits- und Lohnbedingungen gewährleistet sind. Man muss diese Form der Pflege aus der heutigen Grauzone befreien. (Fankhauser)

„Wenn sich die Frauen beklagen, dann weniger über den tiefen Lohn, sondern vielmehr über die fehlende Privatsphäre, die Isolation und die grosse Verantwortung, die auf ihren Schultern lastet. (Schilliger)

 Gesprächspartnerinnen (Originalangaben von Januar 2010): 

  • Angeline Fankhauser, geb. 1936, Co-Präsidentin der Grauen Panther beider Basel und ehemalige Co-Präsidentin der VASOS (Vereinigung aktiver Senioren- und Selbsthilfe-Organisationen der Schweiz), ehemalige Zentralsekretärin des Schweizerischen ArbeiterInnenhilfswerkes und Präsidentin der Schweizerische Flüchtlingshilfe. SP-Nationalrätin von 1983 – 1999. 
  • Sarah Schilliger, geb. 1979, studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Philosophie in Zürich. Sie ist Assistentin am Lehrstuhl für Soziologie von Ueli Mäder (Universität Basel) und forscht im Rahmen ihrer Dissertation zur Pendel-Migration von Care-Arbeiterinnen aus Osteuropa in die Schweiz.
Gesprächsleitung und redaktionelle Bearbeitung: Ruedi Spöndlin

Der Pflegenotstand heizt das ­Geschäft mit ausländischen Betreuerinnen für SeniorInnen an.

UnbenanntArtikel des Beobachter, Ausgabe 15/11, Autor: Andrea Haefely

Dubiose Vermittler sahnen dabei ab.

Würden Sie für etwas über drei Franken die Stunde 24 Stunden am Tag präsent sein? Kochen, Wäsche waschen, putzen? Bettpfannen leeren? Windeln wechseln? Auch nachts? Und das 30 Tage am Stück? Bernadina M. aus der Slowakei schon. Sie erhält, nebst Kost und Logis, 75 Franken am Tag. Brutto.

Bernadina M. verdient in der Schweiz trotz Tiefstlohn ein Mehrfaches dessen, was sie in ihrer Heimat erwirtschaf­ten könnte – so sie denn überhaupt Arbeit hätte. Die alten Menschen werden im Gegenzug 24 Stunden pro Tag in den eigenen vier Wänden versorgt. Dies erst noch zu ­einem Bruchteil der Pflegekosten, die für einen Heimplatz anfallen würden. Es scheint die perfekte Win-win-Situation zu sein.

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«Wir sind die Aschenputtel aus dem Osten»

Sie kommen von Polen, Ungarn oder Bulgarien in die Schweiz. Als Hausbetreuerinnen versorgen sie hier Senioren rund um die Uhr in deren eigenen vier Wänden. Die Pendelmigrantinnen bleiben einen Monat hier und fahren für einen Monat wieder zu ihren Familien in Osteuropa zurück. Die Sendung Doppelpunkt berichtet am Dienstag, 18. Juni 2013 über die Betreuerinnen.

Hier gehts zum Audio Beitrag der Sendung Doppelpunkt:

Auch vernetzt wurde der Beitrag von Mario Wütherich im gerontologie-netz.ch

Geschäfte mit der Pflege – Billigkräfte aus Osteuropa

Frontal21 berichtet über Schwarzarbeit in der Pflege in Deutschland:

Bis zu 400.000 Pflegekräfte aus Osteuropa arbeiten derzeit in Deutschland, schätzen ExpertInnen. Viele von ihnen schwarz. Doch die deutschen Behörden schauen nicht so genau hin, weil sonst ein riesiges soziales Problem entstünde: In immer mehr deutschen Familien werden die billigen Betreuerinnen dringend gebraucht. Und so ist die Schattenwirtschaft in der Pflege seit langem geduldet. Und die rechtliche Auslegung vielen unklar. Betrügerische Agenturen haben es deshalb leicht: Sie vermitteln osteuropäische Pflegekräfte zu Hungerlöhnen, kassieren von deutschen Familien aber ein Vielfaches an Gebühren.

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„Wenn sie nicht zahlen, gehen wir vor Gericht“

Unbenannt«Wir warten jetzt die Reaktion der Familie ab. Wenn sie nicht zahlen, gehen wir vor Gericht», kündigt Marianne Meyer von der Gewerkschaft VPOD an. Sie unterstützt Haushaltshilfen, die von ihren Arbeitgebern ausgebeutet werden. «Maria ist ein unglaublicher Fall von Lohndumping», sagt Meyer.

Die Rumänin hütete drei Kinder im Alter von sieben, fünf und einem Jahr, organisierte den Haushalt, kochte, putzte, bügelte und kaufte ein – sechs Tage die Woche, von 7.30 Uhr bis 20 Uhr. Ihre Schicht endete erst, wenn sie das Nachtessen abgeräumt hatte. So steht es im Arbeitsvertrag. Marias Lohn: 1200 Franken im Monat.

Wohnen musste sie im Keller der Villa im noblen Basler Bruderholzquartier. «Ich habe wie eine Sklavin gearbeitet», sagt sie zu SonntagsBlick. Vor sechs Wochen wurde ihr fristlos gekündigt. Weil sie mehr Lohn gefordert hatte. Sie bereitet jetzt eine Klage gegen die Familie vor, für deren Kinder sie doch jahrelang wie eine Mutter war.

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Betreuung und Pflege im Privathaushalt

Hervorgehoben

  • Bist du 24-Stunden-Betreuerin in einem Privathaushalt?
  • Arbeitest du bei einer Agentur in der Betreuung von Haus zu Haus?
  • Bist du aus Polen, Deutschland, Ungarn, Rumänien, der Schweiz oder einem anderen Land?

 Bei RESPEKT@vpod bist du herzlich willkommen!

„Ist für diese das Leben allein mit einer dementen Frau in einem Dorf in einem fremden Land zumutbar?“

bz3Eine berufstätige Tochter kann sich nicht selber um ihre Mutter kümmern. Sie prüfte Betreuungsmöglichkeiten, unter anderem auch den Einsatz von Polinnen.

[…]

Irgendwo lese ich, dass in der Schweiz Frauen aus Polen und Tschechien Senioren pflegen. Warum nicht? Mutter lebt mittlerweile allein in ihren Haus. Der Freund ist in einem Heim, der Hund gestorben. Eine Betreuerin liesse sich gut unterbringen, und ich hätte eine Sorge weniger. Ich gebe bei Google «Seniorenbetreuung» und «Polen» ein, und bald reiht sich Website an Website. Die meisten von deutschen Vermittlungsagenturen, die auch in der Schweiz tätig sind. Die Angebote gleichen sich fast wie ein Ei dem andern.

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