Fest zum ersten Geburtstag des VPOD-Netzwerks Respekt!

Am 22. Juni feierten die Care-Migrantinnen und -Migranten „Ein Jahr Netzwerk Respekt“. VPOD-Zentralskeretär Beat Ringger wies darauf hin, dass Respekt europaweit das erste Netzwerk der Care-Migrantinnen ist und dankte den Mitgliedern für ihr wichtiges Engagement im Kampf gegen die Ausbeutung der Frauen aus den osteuropäischen Ländern durch die Firmen der profitorientierten Spitex.

 

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Care Migrantinnen feiern den 1. Geburtstag des Netzwerks Respekt des VPOD.

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Nicht wir MigrantInnen sind das Problem!

Bozena Domanska vom VPOD-Netzwerk Respekt ist empört über die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative: „Nicht wir MigrantInnen sind das Problem – im Gegenteil: wir MigrantInnen lösen eure Probleme!“

Bożena Domańska für den Prix Courage nominiert: heute noch online Abstimmen!

Bożena Domańska, seit Mai 2013 beim VPOD für das Netzwerk Respekt@vpod angestellt, das sich für die Rechte der Care-MigrantInnen einsetzt, war vom Beobachter für den Prix Courage nominiert.

 

Und hier das Video für die Nominierung!

Skandal: mutige Bożena Domańska entlassen – VPOD ruft zum Boykott auf!

05-domanska_868af2c7a2Die Polin Bożena Domańska kämpft für die Rechte von osteuropäischen Pflegerinnen, die in der Schweiz in Privathaushalten Senioren rund um die Uhr betreuen. Sie kämpft als Gewerkschafterin des VPOD für bessere Arbeitsbedingungen und erhielt dafür viel Medienaufmerksamkeit. Jetzt wurde sie entlassen.

Heute Morgen protestierten rund 40 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter des vpod und anderer Gewerkschaften vor dem Firmensitz der Perspecta AG gegen die Kündigung von Bożena Domańska, die Care-Migrantin aus Polen, die sich unerschrocken für gesetzeskonforme Anstellungsbedingungen bei den gewinnorientierten Spitex-Firmen wehrt.

Der VPOD forderte den Geschäftsleiter der Perspcta AG auf, die missbräuchliche Kündigung zurückzuziehen. Solange dies nicht der Fall ist, ruft der vpod die Bevölkerung zum Boykott der Firma Perspecta auf.

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„Billige Polinnen“ – Rundschau vom Juni 2011

Aus der Rundschau vom 29.06.2011, 21:01 Uhr

Wer seine alte Mutter zuhause umfassend pflegen lässt, zahlt für eine Pflegerin rasch 10‘000 Franken im Monat. Als Vermittler treten Schweizer Agenturen auf, die sich an die gesetzlichen Schweizer Arbeits- und Lohnbedingungen halten. Doch es geht auch billiger. In der Schweiz sollen inzwischen bis 30‘000 Privatpflegerinnen aus dem Osten arbeiten. Die meisten davon schwarz. Einblick in einen boomenden Markt mit vielen Fragezeichen.

Zischtigsclub mit Bozena und Katharina jetzt online schauen!

Club des Schweizer Fernsehen vom 13. August 2013

Bozena Domanska: «Wir leisten unsere Arbeit gern, aber wir sind nicht mehr bereit, uns ausnützen zu lassen. Viele Frauen haben Angst, sich zu wehren.»

Katharina Prelicz-Huber: «Wir entziehen den Ländern wertvolle Pflegerinnen und erzeugen bei uns ein Lohndumping. Das wirkt sich schlecht auf die Pflegequalität aus und löst längerfristig den Pflegenotstand nicht.»

Sarah Schilliger: «Betreuungs-Arbeit – schon immer prekäre Arbeit, meist unbezahlt von Frauen geleistet – wird nun zwar entlöhnt, aber zu tiefen Löhnen. In Privathaushalten etabliert sich dabei ein Niedriglohnsektor, ein Sonderarbeitsmarkt für Pendelmigrantinnen.»

 

Who cares? Care-Arbeit im neoliberalen Geschlechterregime

widerspruch1Artikel von Sarah Schillinger im Denknetz 56/09 WIDERSPRUCH – 56/09

Fünfzig Jahre nach Iris von Rotens Kritik an der „gesellschaftlichen Entwurzelung der Frauen infolge ihrer grundsätzlichen Berufslosigkeit“ (von Roten 1958) ist die Mehrheit der Frauen in der Schweiz erwerbstätig: 76.6 Prozent der Frauen zwischen 15 und 64 Jahren gehen einer bezahlten Arbeit nach – die Schweiz hat im europäischen Vergleich eine sehr hohe Frauenerwerbsquote (BFS 2008a). Die Geschlechterverhältnisse sind damit in Bewegung gekommen: Das bürgerliche Ideal des „Hausfrauenmodells“ – auch als „männliches Brotverdienermodell“ bezeichnet, da der Mann der hauptsächliche Ernährer der Familie ist und die Frau (wenn finanziell möglich!) zuhause bleibt – hat stark an Bedeutung verloren.

Wenn Frauen aus Osteuropa unsere Betgaten pflegen

sozialemedizinBeitrag in: Soziale Medizin, 2. Juni 2013

Zurzeit richtet sich das öffentliche Interesse auf  Frauen aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern, die in schweizerischen Privathaushalten alte Menschen pflegen. Die Zeitschrift Soziale Medizin hat sich damit bereits anfangs 2010 ausführlich auseinandergesetzt. Hier das grosse Interview mit Angeline Fankhauser und Sarah Schilliger aus Soziale Medizin 1.10.  Vorweg ein paar Kernaussagen unserer Gesprächspartnerinnen:

„Wieso sollen alte Menschen nicht die Dienste von Migrantinnen in Anspruch nehmen dürfen, wenn man den Landwirten das Recht auf Saisonarbeiter zugesteht. Auch ich heisse die Pflege in privaten Haushalten nur unter der Bedingung gut, dass gewisse Arbeits- und Lohnbedingungen gewährleistet sind. Man muss diese Form der Pflege aus der heutigen Grauzone befreien. (Fankhauser)

„Wenn sich die Frauen beklagen, dann weniger über den tiefen Lohn, sondern vielmehr über die fehlende Privatsphäre, die Isolation und die grosse Verantwortung, die auf ihren Schultern lastet. (Schilliger)

 Gesprächspartnerinnen (Originalangaben von Januar 2010): 

  • Angeline Fankhauser, geb. 1936, Co-Präsidentin der Grauen Panther beider Basel und ehemalige Co-Präsidentin der VASOS (Vereinigung aktiver Senioren- und Selbsthilfe-Organisationen der Schweiz), ehemalige Zentralsekretärin des Schweizerischen ArbeiterInnenhilfswerkes und Präsidentin der Schweizerische Flüchtlingshilfe. SP-Nationalrätin von 1983 – 1999. 
  • Sarah Schilliger, geb. 1979, studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Philosophie in Zürich. Sie ist Assistentin am Lehrstuhl für Soziologie von Ueli Mäder (Universität Basel) und forscht im Rahmen ihrer Dissertation zur Pendel-Migration von Care-Arbeiterinnen aus Osteuropa in die Schweiz.
Gesprächsleitung und redaktionelle Bearbeitung: Ruedi Spöndlin

13.8. Zischtigsclub schauen: Bozena und Katharina Prelicz-Huber diskutieren!

Bozena Domanska und die Präsidentin des VPOD, Katharina Prelicz-Huber, sowie die Wissenschaftlerin Sarah Schillinger diskutieren im Club des Schweizer Fernsehen über die  Situation von Langzeitpflegenden.

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Immer mehr Frauen aus Osteuropa betreuen unsere Betagten. Sie sind beliebt wegen ihrer Herzlichkeit und begehrt, weil sie für geringe Löhne rund um die Uhr arbeiten. Skrupellose Vermittler, aber auch Betagte mit wenig Geld nutzen das schamlos aus. Die Care-Migration aus dem Osten birgt Zündstoff.

Mit der Überalterung wächst auch die Zahl der Betagten, die im Alltag auf Betreuung und Pflege angewiesen sind. Der Personalmangel wird mit Migrantinnen aus Osteuropa kompensiert. Sie verdienen als Arbeits-Pendlerinnen das Geld, das ihre Familien im Herkunftsland dringend benötigen. Viele der Frauen aus Ungarn, Polen oder Tschechien arbeiten schwarz oder unter prekären Bedingungen. Sie sind nicht zuletzt deswegen so beliebt, weil sie sich in die Familie der Betreuten integrieren. Ihre Gutmütigkeit macht sie jedoch besonders anfällig für Ausbeutung jeder Art.

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Fakten und Zahlen zur privaten Spitex

spitex2Die Spitex in der Schweiz, Eine Auslegeordnung, September 2012, Beat Ringger, vpod Zentralsekretär, S. 21

Profitorientierte Spitex

Die tiefen durchschnittlichen Personalkosten der profitorientierten Spitex von 52’831. – pro Jahr sind nur zu einem verhältnismässig keinen Teil mit tieferen Ausbildungsniveaus der Beschäftigten zu erklären. Der Anteil der diplomierten Pflegenden ist auch bei der profitorien tierten Spitex beachtlich (23.5% gegenüber 30.1% in der gemeinnützigen Spitex). Diplomierte Pflegende dürften kaum bereit sein, zu wesentlich tieferen Löhnen zu arbeiten, als sie in der gemeinnützen Spitex angeboten werden. Umso geringer müssen die Löhne derjenigen Angestellten ausfallen, die über keine einschlägige Berufsausbildung verfügen. […] Löhne deutlich unter Fr. 3000. – pro Monat [sind] gang und gäbe. Wichtige weitere Unterschiede ergeben sich durch die prekäre n Anstellungsformen, die bei gewinnorientierten Spitex – Betrieben gelten, zum Beispiel die Arbeit auf der Basis von Einsatzverträgen oder im Franchising – Verfahren . Die Beschäftigten werden demnach nur in dem Umfang beschäftigt, in dem von Kunden auch Aufträge vorliegen. Sagt ein Kunde einen Einsatz ab oder tritt er ins Spital ein, verliert die Spitex – Frau das Einkommen für diese geplanten Stunden. Dazu kommt, dass die Wegzeiten zu den KlientInnen häufig nicht vergütet werden . Die zeitliche Abstimmung mehrerer Einsätze bei mehreren KlientInnen ist ebenfalls Sache der Beschäftigten , Leerstunden sind ihr Risiko . „Schon ein Fünfzig – Prozent – Pensum von 21 Stunden pro Woche ist meist auf fünf bis sechs Tage verstreut, die Einsätze sind oft von Leerstunden unterbrochen“ (Greuter, 2012). Ein geregeltes Einkommen ist nicht gesichert, grosse Einkommensschwankungen sind üblich. Diese prekären Anstellungsbedingungen sind ausschlaggebend dafür, dass die profitorientierte Spitex die gemeinnützigen Dienste potentiell unter Konkurrenzdruck setzen kann.

Vergleich der gemeinnützigen mit der profitorientierten Spitex

Vergleich der gemeinnützigen mit der profitorientierten Spitex