Eine Altenpflegerin für weniger als 2000 Franken

nzzKatharina Bracher, NZZ, Schweiz

Osteuropäerinnen arbeiten zu Dumpinglöhnen als Privatpflegerinnen in der Schweiz“ ab dem 1. Mai 2011 legal

 

Immer mehr Schweizer stellen private Altenpflegerinnen aus den Oststaaten ein. Die Billig-Arbeitskräfte werden bald schon ganz legal von Schweizer Agenturen vermittelt.

In der italienischen Schweiz werden sie ganz einfach «Badanti» genannt “ zu deutsch: Altenpflegerinnen. In Spitex-Fachkreisen bezeichnet man sie als «Care-Migrantinnen». Hinter diesen Begriffen steht eine rasant wachsende Zahl von Frauen aus Osteuropa, die in der Schweiz teils illegal als Pflegerinnen von alten und betagten Menschen in Privathaushalten arbeiten. Oft handelt es sich um Migrantinnen aus den EU-Oststaaten, die für ein paar Monate in der Schweiz arbeiten und danach für eine gewisse Zeit in ihre Heimat zurückkehren. Grösstenteils werden sie von ausländischen Agenturen für Monatslöhne von unter 2000 Franken in die Schweiz vermittelt.

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Eine grosse deutsche Lüge!

zeit.deArtikel aus: DIE ZEIT, 22.11.2007 Nr. 48, 23.11.2007, Autorin, Ulrike Meyer-Timpe

Rund 100.000 illegale Pflegerinnen aus Osteuropa betreuen alte Menschen im Land. Der Staat tut so, als bräuchten wir sie nicht.

In die Mulden der grün gewellten Landschaft schmiegen sich Fachwerkhäuser; der erste Schnee hat die Vorgärten gepudert. Die Menschen hier sind bodenständig, fest verwurzelt in der Heimat. Sie sind darüber alt geworden. Ihre Kinder zog es längst in die Grossstädte, zu den Jobs. Trotzdem lebt Martha S., deren Mann vor 17 Jahren starb, nicht mehr allein. Sonst hätte die 92-Jährige ihr Dorf und das Haus, das sie nach dem Krieg aus Trümmern erbaute, längst verlassen müssen. Die Rumänin Elisabeta begleitet sie jetzt durch den Alltag, der für die alte Dame undurchschaubar geworden ist.

Elisabeta, 39, ist eine zupackende Frau, die Herausforderungen gelassen begegnet. Seit August lebt sie bei Martha S. in dem schlicht verputzten Haus. Zimmer gibt es dort genug, doch sie schläft in einem Raum mit der alten Dame, damit sie sofort merkt, wenn es Probleme gibt. »Ich lasse die Frau nie allein«, sagt sie. Manchmal geht sie mit Martha S. in den Garten, manchmal sogar ein paar Schritte die Strasse auf und ab. Aber sie ist nie auch nur zum Einkaufen gewesen; die Lebensmittel bringt die Tochter von Frau S. am Wochenende mit. Elisabeta fehlt das deutsche Dorfleben nicht, sie vermisst ihre Heimat. »Ohne die Familie zu sein ist schwer für die Seele«, sagt die alleinerziehende Mutter und zeigt das Foto ihres 16-jährigen Sohnes. Der ist jetzt im Internat und am Wochenende bei den Grosseltern. »Er versteht, dass ich wegmusste, um Geld zu verdienen.«

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Darum gibts das Netzwerk respekt@VPOD!

Unbenannt2Lieber Blick am Abend, darum gibts das Netzwerk respekt@vpod!

 Online Ausgabe vom 25. Juli 2013, Nadine Müller

Care-Migrantinnen übernehmen schleichend den Markt der Senioren-Betreuung. Erstmals zeigt ein nationaler Bericht, wie schamlos diese Pflegepersonen ausgebeutet werden.

Soziologen gehen davon aus, dass die Anzahl pflegebedürftiger Menschen bis ins Jahr 2030 auf 170’000 bis 230’000 Personen steigen wird. Und: Keiner will mehr ins Altersheim.

Blick am Abend, Mittwoch, 24. Juli 2013, S. 5.

Blick am Abend, Mittwoch, 24. Juli 2013, S. 5.

Blick am Abend, Print, Mittwoch, 24. Juli: Pflegerinnen als moderne Sklaven

 

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Wir sind gute Pflege!

bündnis für gute pflegeDie Schwestergewerkschaft des VPOD in Deutschland, ver.di, hat das Bündnis „Wir sind gute Pflege lanciert“: Der Erläuterungstext zum Bündnis lautet:

Perspektiven für die Pflege älterer Menschen in Deutschland

Um die Zukunft der Pflege älterer Menschen ist es in Deutschland nicht gut bestellt. Deshalb haben sich verschiedene Akteure, die die aktuelle Situation nicht mehr länger hinnehmen wollen, zu dem Bündnis für gute Pflege zusammengeschlossen. Gemeinsam fordern die Bündnispartner „Perspektiven für eine bessere Pflege“ in Deutschland.

Pflegebedürftige Menschen brauchen maßgeschneiderte Pflege. Das beinhaltet eine selbstbestimmte und qualitativ hochwertige Pflege und häusliche Versorgung. Dazu gehört eine umfassende und unabhängige Beratung und Hilfestellung, genauso wie eine Stärkung des Bereichs der häuslichen Pflege. An Demenz erkrankte Menschen werden vom jetzigen System besonders benachteiligt. Deshalb fordert das Bündnis für gute Pflege, den Pflegebedürftigkeitsbegriff endlich zu erweitern und umzusetzen.

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«Care Migrantinnen» in der Schweiz

171833.130724_altenpflegeBeitrag aus SRF 4 News aktuell vom 24.07.2013

Früher waren es die Angehörigen, die pflegebedürftige Menschen betreuten. Heute sind es immer häufiger auch so genannte «Care Migrantinnen»: Frauen aus Osteuropa, die in die Schweiz kommen und hier Alte oder Kranke zu Hause umsorgen.

Immer mehr Menschen möchten in der Schweiz zu Hause alt werden und sterben. Auf diese Anforderungen ist das Schweizer Gesundheitssystem noch nicht optimal vorbereitet – weder in finanzieller, noch in personeller Hinsicht.

Da die Pflege zu Hause Privatsache und damit auch eine Frage der eigenen finanziellen Möglichkeiten ist, arbeitet hierzulande eine wachsende Zahl von günstigen Pflegekräften aus Osteuropa. Wie viele es tatsächlich sind, ist nicht bekannt. Verlässliche Angaben fehlen auch weitgehend zu den Arbeitsbedingungen. Klar ist aber: Lebt eine Pflegerin im Haushalt, wo sie tätig ist, ist eine saubere Trennung zwischen Arbeits- und Freizeit schwierig.

Werden künftig noch mehr «Care Migrantinnen» in die Schweiz einreisen, und wird ihre Arbeit weiterhin so billig sein? Iren Bischofberger, Pflegewissenschaftlerin der Kalaidos Fachhochschule diese und weitere Fragen bei Radio SRF 4 «News aktuell» beantwortet.

Der Pflegenotstand heizt das ­Geschäft mit ausländischen Betreuerinnen für SeniorInnen an.

UnbenanntArtikel des Beobachter, Ausgabe 15/11, Autor: Andrea Haefely

Dubiose Vermittler sahnen dabei ab.

Würden Sie für etwas über drei Franken die Stunde 24 Stunden am Tag präsent sein? Kochen, Wäsche waschen, putzen? Bettpfannen leeren? Windeln wechseln? Auch nachts? Und das 30 Tage am Stück? Bernadina M. aus der Slowakei schon. Sie erhält, nebst Kost und Logis, 75 Franken am Tag. Brutto.

Bernadina M. verdient in der Schweiz trotz Tiefstlohn ein Mehrfaches dessen, was sie in ihrer Heimat erwirtschaf­ten könnte – so sie denn überhaupt Arbeit hätte. Die alten Menschen werden im Gegenzug 24 Stunden pro Tag in den eigenen vier Wänden versorgt. Dies erst noch zu ­einem Bruchteil der Pflegekosten, die für einen Heimplatz anfallen würden. Es scheint die perfekte Win-win-Situation zu sein.

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«Wir sind die Aschenputtel aus dem Osten»

Sie kommen von Polen, Ungarn oder Bulgarien in die Schweiz. Als Hausbetreuerinnen versorgen sie hier Senioren rund um die Uhr in deren eigenen vier Wänden. Die Pendelmigrantinnen bleiben einen Monat hier und fahren für einen Monat wieder zu ihren Familien in Osteuropa zurück. Die Sendung Doppelpunkt berichtet am Dienstag, 18. Juni 2013 über die Betreuerinnen.

Hier gehts zum Audio Beitrag der Sendung Doppelpunkt:

Auch vernetzt wurde der Beitrag von Mario Wütherich im gerontologie-netz.ch

Geschäfte mit der Pflege – Billigkräfte aus Osteuropa

Frontal21 berichtet über Schwarzarbeit in der Pflege in Deutschland:

Bis zu 400.000 Pflegekräfte aus Osteuropa arbeiten derzeit in Deutschland, schätzen ExpertInnen. Viele von ihnen schwarz. Doch die deutschen Behörden schauen nicht so genau hin, weil sonst ein riesiges soziales Problem entstünde: In immer mehr deutschen Familien werden die billigen Betreuerinnen dringend gebraucht. Und so ist die Schattenwirtschaft in der Pflege seit langem geduldet. Und die rechtliche Auslegung vielen unklar. Betrügerische Agenturen haben es deshalb leicht: Sie vermitteln osteuropäische Pflegekräfte zu Hungerlöhnen, kassieren von deutschen Familien aber ein Vielfaches an Gebühren.

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„Wenn sie nicht zahlen, gehen wir vor Gericht“

Unbenannt«Wir warten jetzt die Reaktion der Familie ab. Wenn sie nicht zahlen, gehen wir vor Gericht», kündigt Marianne Meyer von der Gewerkschaft VPOD an. Sie unterstützt Haushaltshilfen, die von ihren Arbeitgebern ausgebeutet werden. «Maria ist ein unglaublicher Fall von Lohndumping», sagt Meyer.

Die Rumänin hütete drei Kinder im Alter von sieben, fünf und einem Jahr, organisierte den Haushalt, kochte, putzte, bügelte und kaufte ein – sechs Tage die Woche, von 7.30 Uhr bis 20 Uhr. Ihre Schicht endete erst, wenn sie das Nachtessen abgeräumt hatte. So steht es im Arbeitsvertrag. Marias Lohn: 1200 Franken im Monat.

Wohnen musste sie im Keller der Villa im noblen Basler Bruderholzquartier. «Ich habe wie eine Sklavin gearbeitet», sagt sie zu SonntagsBlick. Vor sechs Wochen wurde ihr fristlos gekündigt. Weil sie mehr Lohn gefordert hatte. Sie bereitet jetzt eine Klage gegen die Familie vor, für deren Kinder sie doch jahrelang wie eine Mutter war.

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Betreuung und Pflege im Privathaushalt

Hervorgehoben

  • Bist du 24-Stunden-Betreuerin in einem Privathaushalt?
  • Arbeitest du bei einer Agentur in der Betreuung von Haus zu Haus?
  • Bist du aus Polen, Deutschland, Ungarn, Rumänien, der Schweiz oder einem anderen Land?

 Bei RESPEKT@vpod bist du herzlich willkommen!